Daten, Daten und noch mehr Daten. Wie findet man sich darin zurecht und hält sie übersichtlich verfügbar?

Petra Troblová Aimtec
27. 10. 2022 | 6 Minuten Lesen

In Fertigung und Logistik fallen riesige Datenmengen an, die man unter Kontrolle haben sollte. Es wäre schade, sie nicht zu nutzen. Wie aber mit ihnen arbeiten und sie so abbilden, dass sie Nutzen bringen und eine gute Entscheidungsgrundlage bilden? Wie kommt man mit wenigen Klicks an die gewünschten Informationen und stellt sie übersichtlich dar? Machen Sie sich bekannt mit verschiedenen Typen von Berichten, die Ihnen bei der Arbeit helfen können.

Reporting-Lösungen und ihre Formen gibt es viele – von ganz einfach bis äußerst komplex. „Immer öfter treffen wir jetzt bei unseren Kunden auf das Erfordernis, bedeutende Datenmengen zu erfassen, abzubilden und auszuwerten. In Daten sehen wir die Zukunft. Daher verfolgen wir unablässig Trends und bieten neue Möglichkeiten der Aufstellung von Berichten bzw. andere Abbildungsweisen mit dem Ziel: klicken, sehen, verstehen. Als Beispiel sei die Abbildung von Daten in der 3D-Visualisierung genannt“, erläutert Daniel Vopelka, Sales Manager bei Aimtec.

Built in Report – schnelle Daten für operative Erfordernisse

Der Built in Report im Rahmen der Anwendung DCIx zeigt jedem Betriebsmitarbeiter am persönlichen Touch Panel reale Daten, die zum betreffenden Zeitpunkt für seine Tätigkeit relevant sind. Dabei handelt es sich um ein grundlegendes Instrument, das dem Benutzer einen einfachen Überblick über die betreffende Tatsache in Logistik und Produktion bietet. Er wird meist durch Mitarbeiter im operativen Bereich genutzt, d. h. Lageristen, Meister oder Schichtleiter. Die Daten werden im Minutentakt aktualisiert. Die Berichte finden Anwendung, wenn operative Daten direkt aus der Produktionsdatenbank abzubilden sind, d. h. Informationen darüber, was gerade los ist und 10 Minuten später geschehen wird. Gleichzeitig ermöglichen sie den Blick in die Vergangenheit, bis eine Woche zurück.

„Beispiel für einen Standardbericht ist die Anzeige an dem vom Operator bedienten HMI-Display. Er gibt Daten ein, beispielsweise die Menge gefertigter Teile oder die Anzahl von Ausschussteilen, und bestätigt die Handlung. Den statischen Bericht nutzt dann der Manager oder Schichtleiter, wobei es sich um die Überwachung der Auslieferung oder eine Übersicht über die Tätigkeit einzelner Maschinen und ihre Leistung handeln kann”, beschreibt Jiří Tuma, Developer Manager der Firma Aimtec. Genutzt werden sie außerdem in Just-in-Sequence-Bereichen. Alles kann auch an portablen Geräten, wie Tablets oder Mobiltelefonen, abgebildet werden. Der Vorteil dieser Berichte besteht in der direkten Anbindung an die Daten der Produktionsdatenbank und ihrer Aktualität. Um eine übermäßige Belastung der Produktion zu vermeiden, bilden die Berichte nur Daten ohne komplizierte Aggregationen ab.

Real-Time Report – prozentuelle Steigerung der Logistikleistung im zweistelligen Bereich  

Bei hohen Ansprüchen an die Schnelligkeit der Datenaktualisierung kommt der Real-Time-Report zum Einsatz. Er bildet Datenänderungen in Echtzeit und schneller Folge (auch in Bruchteilen von Sekunden) ab. Die Berichte werden im Rahmen eines Ignition-Servers betrieben, über einen Webbrowser kann von überall einfach auf sie zugegriffen werden. Das Tool dient der reinen Abbildung, beispielsweise zur Erfassung von Maschinendaten. Es handelt sich um Monitoring, auf dessen Grundlage der jeweilige Mitarbeiter aktuelle Entscheidungen treffen kann. Einen Real-Time-Report nutzt, wer den momentanen Zustand oder momentane Änderungen sehen und kontrollieren möchte. Ein Vorteil besteht in der Möglichkeit der Datenübertragung per OPC-Protokoll als Standard für die Kommunikation mit unterschiedlichen Arten von Geräten.

Bestandteil der Ignition-Lösung ist das Entwurfsprogramm Ignition Designer zur Definierung des Berichtsdesigns.

„Die einfache Konfigurierbarkeit macht es möglich, dass die Kunden nach unserer Anleitung Berichte selbst erstellen können.“

Jiří Tuma, Developer Manager, Aimtec

Ein Vorteil der Real-Time-Berichte besteht in der Art und Weise der Übertragung von Datenänderungen. Jeder abgebildete Bericht erhält zum Änderungszeitpunkt die Information über den neuen Wert vom Server automatisch, ungeachtet dessen, auf was für einem Gerät er betrieben wird. Der Bericht aktualisiert anschließend nur den Teil, der sich geändert hat, der Rest bleibt gleich. Die Abbildung erfolgt somit sehr kontinuierlich.

Data Warehouse zur Analyse 

Strategischen Entscheidungen dienen analytische Berichte, deren Abbildung mittels Power BI von Microsoft erfolgt. Mit diesem Bericht arbeiten überwiegend Manager und Analysten, die Daten in komplexer Form benötigen. Solche Daten können historischen Charakter haben, wobei sich die Entwicklung oder Trends verfolgen lassen. Sie werden meist am PC-Monitor abgebildet, die Berichte sind als Graphiken oder KPI aufbereitet. „Beispiele sind der Trend der Fertigungsleistung, die Ausschussquote einer Maschine, in der Logistik etwa die Bearbeitungszeit eines Auftrags, die Effektivität der Mitarbeiter oder die Anzahl unerfüllter Aufgaben. Datenquelle für analytische Berichte ist das Data Warehouse“,  erläutert Daniel Vopelka.

In Anbetracht der großen Datenmengen wäre ihr Einlesen aus der Produktionsdatenbank unzweckmäßig, da dies zur ungewollten Verlangsamung der Anwendung und damit auch von Fertigung und Logistik führen würde. Aus diesem Grund werden die Daten ins Data Warehouse kopiert, dort weiterverarbeitet und nach unterschiedlichen Schemen gegliedert. Jedes Schema entspricht einem analysierten Funktionsbereich.

Große Unternehmen mit mehreren Produktionsbetrieben schätzen die Tatsache, dass das Data Warehouse auch mit Datenflüssen aus mehreren DCIx-Systemen zurechtkommt, und zwar aufgrund des ETL-Tools, welches das Kopieren der Daten aus den Produktionsdatenbanken ins Datenlager sicherstellt. In den Berichten hat das Management schließlich Zugriff auf alle Niederlassungen und erhält dadurch einen komplexen Überblick. Das Data Warehouse ermöglicht die Kombinierung von Berichtsdaten aus DCIx im Rahmen der internen Infrastruktur mit Daten aus DCIx in der Cloud und ihre anschließende Abbildung in einem Power BI Report. Es gibt mehrere Lösungsszenarien in Abhängigkeit davon, wo sich das Data Warehouse befindet und ob die Berichte nur intern oder von überall her per Webschnittstelle verfügbar sein sollen.

Digitaler Zwilling bildet riesige Datenmengen ab

Ein modernes Tool für die 3D-Abbildung riesiger Datenmengen aus dem Data Warehouse in Echtzeit ist der sog. Digital Twin – der digitale Zwilling. Dank Visualisierung ist eine schnellere Kontrolle von Daten und Prozessen möglich. Ein Digital Twin hilft in der Logistik beispielsweise bei der Einarbeitung neuen Lagerpersonals, der ABC-Analyse, Heatmaps oder Task Visualisation. Es handelt sich aber nicht nur um ein Reporting-Tool, der Einsatz ist auch für Simulationen möglich, wobei denkbare Szenarien einzelner Lageraufgaben abgebildet werden. Ein digitaler Zwilling kann außerdem mit einem RTLS (Real-Time Location System) vernetzt werden.

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